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Mittwoch, 14. Februar 2018

Blick lockt mit Werbung ohne Kennzeichnung

Angesichts dieser Werbung für Hotelplan nur eine Frage an Christian Dorer, den Chefredaktor des Blick: Warum ist dieses Native Ad nicht als solches deklariert?

Montag, 5. Februar 2018

Shopping im Magazin

Nur eine Frage an Florian Harms, Chefredaktor von t-online: Was hat ein ungekennzeichneter Werbeartikel wie dieser für Lidl im Magazin zu suchen?

So überwindet man seine Werbegrenzen

Nur eine Frage an den "Blick": Wie genau soll man hier die Werbung für Samsung erkennen?

Sonntag, 28. Januar 2018

Die gar nicht so raffinierten Tricks am Recherchedesk

Am Freitagabend konnte man im deutschen Magazin "Der Spiegel" eine doppelseitige Geschichte darüber lesen, wie Marco Bizzarri, Chef der Edelmarke Gucci, einen Grossteil seines Millionengehalts über eine Briefkastenfirma in Luxemburg kassierte. Rafael Buschmann, Jürgen Dahlkamp, Gunter Latsch und Jörg Schmitt hatten richtig viel Arbeit damit. Die Story ist ein Primeur und sehr gut geschrieben. Heute las ich dann eine Art Digest als Titelgeschichte in der Sonntagszeitung. Eigene Rechercheergebnisse liefert Autor Oliver Zihlmann vom Recherchedesk des Tamedia-Blattes nicht und nennt auch den Spiegelartikel beziehungsweise die Tatsache, dass die Dokumente dem französischen Magazin Mediapart zugespielt und von Mitgliedern des Journalistennetzwerks European Investigative Collaborations (EIC) ausgewertet wurden, nicht. In der Sonntagszeitung heisst es auf der Titelseite zur Quelle nur: "Interne Dokumente aus dem Gucci-Konzern zeigen...". Die Sonntagszeitung ist übrigens laut Website nicht Mitglied des EIC. Daher nur eine Frage an Chefredaktor Artur Rutishauser: Hat das Stil?

Sonntag, 21. Januar 2018

Berserker der Recherche

Nur eine Frage an Gerhard Mack von der "NZZ am Sonntag": Könnten Sie angesichts des futuristischen Geburtsdatums von Georg Baselitz nächste Woche bitte die Gewinnzahlen für Euromillions vorab bekanntgeben?

Samstag, 20. Januar 2018

Fischer-Bettwaren-Spott

Werbung für Werbung sieht man in diesem Artikel im Zürich-Ressort. Also nur eine Frage an Tobias Wedermann, Leiter des Ressorts Zürich bei 20 Minuten: Das Werbevideo der Fischer Bettwaren mag Kult sein, aber was genau rechtfertigt nun diese Berichterstattung - zumal Ihnen Ernst Fischer auch nichts Nennenswertes erzählt hat?

Donnerstag, 18. Januar 2018

20 Minuten lässt Leser im Regen stehen

Man kann jeden Tag etwas Kritisches über US-Präsident Donald Trump schreiben. "20 Minuten" nimmt für die Auslandsseite ein Agenturbild, wählt eine Überschrift und widerlegt diese dann der Bildunterschrift. Nur eine Frage an Chefredaktor Marco Boselli: Gab es an dem Tag nicht mal eine einzige Agenturmeldung zu einem echten Trump-Versagen?

Neue BMW-S-Klasse ist besser denn je

Heute in Zürich zu Besuch. Im Tram lag eine Lokalzeitung. Einmal aufgeschlagen, gleich wieder weggelegt. Denn nur eine Frage an Marc Leutenengger, freier Mitarbeiter von "Zürich 2": Was ist der Unterschied zwischen einem Subaru und einem Toyota?

Dienstag, 16. Januar 2018

Binswanger ist nicht Canonica

Auch Charlotte Theile, Schweiz-Korrespondentin der "Süddeutschen Zeitung", berichtet über den Start der Republik. Aber nur eine Frage: Wann genau hat Daniel Binswanger "Das Magazin" geleitet?

Montag, 15. Januar 2018

Nichts, was sie nicht schon immer über Woody Allens Sex wissen wollen

"Journalismus wird nicht glaubwürdiger, wenn er sich der #Metoo-Bewegung anbiedert", schrieb Claudia Schwartz unlängst so treffend in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ). Vier Titelthemen werden auf der aktuellen Ausgabe des deutschen Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" angepriesen. Ganz unten rechts "#MeToo: Der Versuch, mit Woody Allen über Missbrauch zu reden". Wow, denkt man, da traut sich jemand etwas und findet neben Harvey Weinstein, Dieter Wedel und Werner De Schepper noch jemanden, mit dem man sich mal über das Thema unterhalten sollte. Spiegel-Redaktor Philipp Oehmke, unter anderem für glorifizierende Star-Porträts bekannt und Autor der affirmativen Toten-Hosen-Biografie "Am Anfang war der Lärm", war bei Woody Allen in New York. Und was macht Oehmke: Die erste Seite schreibt er mit einer Zusammenfassung bisher erhobener und angejahrter Vorwürfe voll. Dylan Farrow, von Allen und Schauspielerin Mia Farrow adoptiert, behauptet seit 1992, von ihm missbraucht worden zu sein. Auf der zweiten Seite darf Woody Allen über seinen neuen Film "Wonder Wheel" sprechen, in dem Kate Winslet und Justin Timberlake die Hauptrollen spielen. Dann geht es kurz um Weinstein und am Ende kommt dann die oben zu sehende Passage. Im Klartext: Oehmke stellt Allen eine Frage, der sagt, dazu habe er vor Jahren in der "New York Times" alles geschrieben und er werde sich nicht mehr dazu äussern. Nur eine Frage an Spiegel-Chefredaktor Klaus Brinkbäumer: Warum bekommt ein solcher Text im Heft drei Seiten und die reisserische Ankündigung auf dem Cover?

Donnerstag, 4. Januar 2018

#NoIntransparenz bei #NoBillag

Hansi Voigt wütet derzeit massiv gegen die No-Billag-Initiative. Er feuert seit Tagen Tweets zum Thema ab. Als ehemaliger Chefredaktor von 20 Minuten Online und Gründer von Watson ist Voigt ein Selbstvermarktungsprofi. Passenderweise startet er nach Ende seines Schreibverbots nun als Medienkolumnist bei der Woz neu durch. Raten Sie mal, worum es in seiner ersten gerade publizierten Kolumne "Die Medienzukunft" geht: Genau, No Billag. Man sollte aber zwei Fakten nicht vergessen: Voigts Partnerin Ursula Gabathuler (ob sie es noch ist, weiss ich nicht) arbeitet beim SRF. Wichtiger: Voigt wird bei Tamedia, Ringier, AZ Medien und der NZZ-Mediengruppe keinen Job mehr kriegen, weil er dort zu viele Leute vor den Kopf gestossen hat. Daher nur eine Frage an Hansi Voigt: Hoffen Sie nun als letzte Chance auf einen Anruf vom SRF, zumal ihre Plattform WePublish wohl auch kein Erfolg werden wird?

So wird keine eine Nachricht

Im Frühjahr 2016 hat Schauspielerin Ursula Andress ihre Villa in Los Angeles für 2,3 Millionen Dollar an die Innenarchitektin Malgosia Migdal verkauft. Diese hat sie nun weiterverkauft. Daher nur eine Frage an Stefan Barmettler von der Handelszeitung: Ist es noch die Villa des ehemaligen Bond-Girls, wie Sie in der Schlagzeile suggerieren?

So wird das nichts mit der Paywall

Felix Lee hat eine interessante Geschichte darüber geschrieben, wie China gegen den Bitcoin vorgeht. Der Artikel wurde an Luzerner Zeitung und Die Presse verkauft. Das Problem: In der österreichischen Zeitung steht er hinter einer Bezahlschranke. Wer mag, findet ihn aber mit zwei Klicks auf der Schweizer Newssite gratis. Daher nur eine Frage an die Verantwortlichen: Wie sollen so Leser zu zahlenden Kunden werden?

Stephanie Lahrtz berichtet aus München über Basel

Viele NZZ-Artikel aus dem Ressort Ausland sind nichts weiter als Zusammenschriebe diverser Agenturmeldungen und/oder anderer Medienberichte. Im Inland sowieso, wie Ressortchef Michael Schoenenberger einst indirekt einräumte. Deshalb nur eine Frage an Eric Gujer, Chefredaktor der NZZ: Welchen Mehrwert bringen eigentlich Korrespondenten, die hunderte oder tausende Kilometer von den Orten des Geschehens stationiert sind?

Nichts Neues mehr aus dem Sängerhimmel

Der Sänger Roger Cicero ist bekanntlich längt tot. Er starb im Alter von nur 45 Jahren am 24. März 2016 an einem Hirninfakt. Daher nur eine Frage an Bild: Warum sollte man für News zu Cicero noch Alerts abonnieren?

Mittwoch, 3. Januar 2018

Faktenfrei und Spass dabei

Der Soziologe Stephan Lessenich schreibt in der Süddeutschen Zeitung, es seien nicht die Abgehängten gewesen, die den Aufstieg der rechtsnationalen Alternative für Deutschland (AfD) ermöglicht hätten, sondern die Mittelklasse voller Abstiegsangst. Interessante These. Im ganzen Artikel findet sich aber kein einziger echter Beleg dafür (eine repräsentative Umfrage oder Ähnliches). Man liest Passagen wie diese: "Was wir im Jahr 2017 vielmehr erlebt haben, ist der "Aufstand der Etablierten" (Cornelia Koppetsch): Eine Bewegung zur Verteidigung von als gerechtfertigt erachteten und durch den Aufstieg von Außenseitern als gefährdet wahrgenommenen ökonomischen, sozialen und kulturellen Vorrechten. Eine Bewegung, die Klassenkämpfe aus der Mitte führt - und in der die unteren und oberen Fraktionen der Mittelschicht in einer klassenpolitischen Positionierungskonkurrenz zueinander stehen, um letztlich dann aber doch an einem Strang zu ziehen." Also nur eine Frage an SZ-Chefredaktor Kurt Kister: Sollten nicht auch im Feuilleton Fakten geboten werden?

Gratis ist noch zu teuer

Valeska Blank, immerhin stellvertretende Ressortleiterin Wirtschaft der Gratiszeitung 20 Minuten, hat für die heutige Printausgabe den Aufmacher verfasst: "Darum arbeiten Angestellte im Café besser als im Büro". An diesem Artikel ist so vieles handwerklich schlecht, dass man gar nicht weiss, wo man anfangen soll. Vielleicht mit den kleineren Dingen: Quelle ist ein Artikel aus der Harvard Business Review, der natürlich nicht erwähnt wird. Online ist er immerhin verlinkt. Die Quelle stammt aus dem Oktober. Kann man machen - bei einem tagesaktuellen Medium. Eine erwähnte Studie belgischer Forscher ist bereits von 2016, eine weitere allerdings schon von 2013. Aktualität also schon mal Fehlanzeige. Egal. Schlimmer ist, dass Blank einfach kommentierend eingreift und Studienergebnisse so interpretiert, dass sie zur Titelthese passen. Beispiel: "Wenn man andere hart arbeiten sieht, gibt man sich bei den eigenen Aufgaben mehr Mühe. Das haben belgische Forscher herausgefunden. Ihr Fazit: Fleiss wirkt ansteckend. Dieser Effekt kann in einem Café gut greifen, denn dort sieht man ständig, wie die Angestellten servieren, abräumen oder Tische putzen." Das haben die belgischen Forscher aber nicht so geschrieben. Noch ein Beispiel: "Dass Angestellte mehr leisten, wenn sie ab und zu der Grossraum-Atmosphäre entfliehen können, haben schon zahlreiche Umfragen belegt. Eine Studie der Universität Stanford zeigt etwa, dass Mitarbeiter im Homeoffice 13,5 Prozent effizienter sind und 9 Prozent engagierter arbeiten als ihre Kollegen, die immer im Büro präsent sein müssen." In der Onlineversion wurde hier ein Satz entfernt. In der Printversion folgt nämlich noch folgender: Fürs Café dürfte also dasselbe gelten. Nicht zuletzt steht im Lead, dass Angestellte im Café mehr leisten als im Büro. Auch das wird natürlich im Text nicht belegt. Der Originalartikel der Harvard Business Review liefert dieses Ergebnis auch nicht hart. Also nur eine Frage an Valeska Blank: Haben Sie diesen Artikel am Silvesterabend verfasst?

Dienstag, 2. Januar 2018

Fremde Federn helfen beim Etikettenschwindel

Simon Bärtschi, Adrian Zurbriggen, Artur Rutishauser, Michael Marti, Armin Müller und Iwan Städler - kürzlich feierte sich die neue Chefredaktion Tamedia in einer aufwändigen Hochglanzbeilage und präsentierte in dieser zwölf journalistische Stücke aus diversen Tamedia-Redaktionen. Nun könnte man sich fragen, wo die Frauen in der Chefredaktion sind. Auffällig ist aber auch etwas Anderes: Die 12-App von Tamedia wird immer als Best-of-Tamedia vermarktet. So ist etwa in der Beschreibung im App Store zu lesen: "Die Artikel stammen aus verschiedenen Redaktionen des Verlags Tamedia." Heute war dann aber eine Story der Süddeutschen Zeitung im Angebot, die ich an dieser Stelle schon gewürdigt habe. Gekennzeichnet ist der Artikel nicht. Klar: Der Tamedia hat aus Spargründen einen Deal mit der Süddeutschen. Das weiss man. Letztens war allerdings auch von Redaktor Werner Bartens auf tages-anzeiger.ch die Rede. Der arbeitet allerdings ebenfalls bei der Süddeutschen. Man mag das Zufall oder einen Etikettenschwindel nennen. Daher nur eine Frage an die neue Chefredaktion Tamedia: Sind die eigenen Titel nicht mehr in der Lage 12 Stücke am Tag zu liefern, die es wert sind, in der App aufgenommen zu werden?

Freitag, 29. Dezember 2017

Weniger immer mehr, bitte

"Immer mehr Menschen treffen sich in neuen Rederäumen wie Salons, um sich auszutauschen. Warum wir wieder mehr miteinander sprechen wollen", schreibt Ulrike Schuster in der Süddeutschen Zeitung, die den Artikel hinter der Paywall versteckt. Liest man ihn, erfährt man wie so oft, dass es keinen Anlass gibt "immer mehr" zu schreiben. Denn wie fast immer gibt es keinen Beleg für einen Trend. Man schreibt ihn einfach anhand einiger Einzelfälle herbei, um dem eigenen Artikel eine grössere Bedeutung zu verleihen? Daher nur eine Frage an SZ-Chefredaktor Kurt Kister: Für so etwas wollen sie Geld sehen?

20 Minuten beschenkt die SBB

Seit Jahren fällt Tamedia immer wieder mit der unzureichenden Trennung von redaktionellen und werblichen Inhalten auf. Die von Christian Lüscher geleitete Unit Commercial Publishing leistet offenbar ganze Arbeit. Trotzdem nur eine Frage an Tamedia: Was hat dieses unkommentierte Werbevideo für den SBB Weihnachtszug auf dem Videoportal von 20 Minuten verloren?

Sonntag, 17. Dezember 2017

Sonntagszeitungsredaktorin bei Recherche abgestürzt

"Siroop-Drohne stiess über Zürich fast mit Rega-Helikopter zusammen", schreibt Pia Wertheimer heute in der Sonntagszeitung. Klingt nach einer interessanten Geschichte. Denn laut Subline ist es zu einer gefährlichen Situation gekommen. Aber: "Die Fluggeräte fliegen in einer Distanz von 397 Metern horizontal und 100 Metern vertikal aneinander vorbei. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) hatte den Drohnenflug abgesegnet. Laut Bazl-Sprecherin Nicole Räz kam bei einem Debriefing heraus, dass im vorliegenden Fall alles in Ordnung war. Im vorliegenden Fall wurde die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle nicht eingeschaltet." All diese Sätze sind Zitate aus dem Artikel. Daher nur eine Frage an Pia Wertheimer und Chefredaktor Artur Rutishauser: Warum blasen Sie diese Story auf eine Dreiviertelseite auf und titeln derartig reisserisch?

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Bild sprach zuerst mit dem Toten

Die deutsche Boulevardzeitung Bild berichtet unter Berufung auf die halbseidene Quelle Monaco Matin, dass Modedesigner Otto Kern Selbstmord in Monaco begannen haben könnte. Belege werden dafür nicht geliefert. Man Bild-Reporter Sven Kuschel schreibt einfach die Meldung ab und schürt so-Gerücht um einen Suizid. Unter dem Text hängt noch scheinheilig die übliche "Denken-Sie-an-Freitod,-dann-rufen-Sie-diese-Nummer an"-Box. Der erste Satz lautet übrigens: "Bild berichtet in der Regel nicht über Selbsttötungen, um keinen Anreiz für Nachahmung zu geben – außer, Suizide erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit." Daher nur eine Frage an Sven Kuschel: Schon mal etwas vom Werther-Effekt gehört?

Rad ab

Der vierfache Tour-de-France-Sieger Chris Froome ist an der Vuelta positiv auf Salbutamol getestet worden. Der Dopingexperte Fritz Sörgel spricht von einem Totalschaden für den Radsport. Froome führte sein Asthma ins Feld. Natürlich gilt die Unschuldsvermutung. Christoph Gertsch, Sportjournalist des Jahres, sprach 2014 in der NZZ angesichts eines ähnlichen Vorfalls allerdings noch von Hetzern gegen Froome. Heute wurde übrigens auch publik, dass Gertsch und seine Mitstreiter 100'000 Franken per Crowdfunding für «No. 1 – Das beste Sportmagazin der Welt» erhalten haben. Nur eine Frage an Christoph Gertsch: Werden sie bei diesem Projekt die Qualitätslatte auch so hoch legen?

Montag, 11. Dezember 2017

Aus dem Weg

Es gibt seit Jahren Diskussionen darüber, ob man Gaffer, die filmen oder fotografieren, statt bei Unfällen zu helfen, bestrafen sollte. Daher nur eine Frage an Journalisten vom Tages-Anzeiger: Seit wann unterstützen Sie Gaffer beziehungsweise Unfallfilmer auf diese Weise?

Die 222-Franken-Aktion war nicht der Anfang

Kürzlich las ich, dass Dominique Zeier und Céline Külling, beide Studentinnen am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich, herausgefunden haben, dass Jugendliche Sponsored Content und redaktionelle Inhalte schwer auseinanderhalten können. Der Blick fällt immer wieder mit gut getarnter Werbung auf. Aktuelles Beispiel ist diese Reklame für Saas-Fee. Nur eine Frage an Chefredaktor Christian Dorer: Die erst recht auf Smartphones ultrakleine Kennzeichnung, die hat der Schnee verweht, oder?

Werbekunden haben das Grosse Los gezogen

Nur eine Frage an Chefredaktor Marco Boselli und Geschäftsführer Marcel Kohler von 20 Minuten: Warum ist diese Werbung für das Millionenlos von Swisslos auf der Titelseite nicht gekennzeichnet?

Quellen im eigenen Haus zählen nicht

Ermes Gallarotti berichtete auf nzz.ch gestern Abend, dass die EU die Schweiz nach einer Intervention des Fürstentums Liechtenstein auf eine graue Liste gesetzt habe. Es geht um Steuervermeidung. Interessant ist, dass Der NZZ-Wirtschaftsredaktor sich auf Brüsseler Kreise beruft. Noch interessanter ist, dass Stefan Bühler den Aufmacher zum selben Thema in der NZZ am Sonntag geschrieben hatte. Gallarotti nennt den Bericht aber nicht. Es gibt viele kleinere Beispiele, die belegen, dass es zahlreiche Doppelspurigkeiten gibt. So schrieb Stefan Betschon, der unlängst ebenfalls als Abschreiber ohne Quellenangabe auffiel, etwa am Freitag über die Apple Watch Series 3, die nun im Netz von Sunrise und Swisscom funkt. Claude Settele verfasste einen Text zum selben Thema, der gestern in der NZZ am Sonntag erschien. Daher auch angesichts des Joint Ventures der NZZ-Gruppe mit den AZ Medien nur eine Frage an die Chefredaktoren Eric Gujer und Luzi Bernet: Streichen Sie schon 2018 im grossen Umfang Stellen oder erst 2019?

Donnerstag, 16. November 2017

Recherche-GAU bei der NZZ

Da hat Apple-Fanboy Daniel Schurter auf watson.ch mal einen Primeur: Digitec sind offenbar Kundendaten geklaut worden. Weil keine Zahlungsinformationen darunter sind, ist die Geschichte nicht besonders dramatisch. Es ist aber immerhin der grösste Onlineshop der Schweiz und es gibt eine Vorgeschichte. Reisserisch in der Überschrift zu schreiben, die Daten würden bereits für gezielte Angriffe missbraucht - das ist too much, könnte man meinen. Aber was in jedem Fall nicht geht: Stefan Betschon, noch nie mit einem Scoop aufgefallen, von der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) hängt sich einfach an den Artikel dran, ohne Watson zu zitieren. Das gelingt dem Digitalredaktor mit dem einfachsten aller Journalistentricks: Man ruft bei der Medienstelle an und lässt sich etwas, das jemand anders berichtet hat, bestätigen. Nur eine Frage an Stefan Betschon: Das nennt man dann wohl Zwei-Quellen-Regel, oder?

Immer noch liest niemand den Blick am Abend

Vollzeitmitarbeitende der SRG sollen ab 2019 auch Gebühren bezahlen. Das ist insofern langweilig, als etwa Mitarbeiter von Medienhäusern zum Beispiel Zeitungen und Magazine gratis bekommen. Auf Social Media lesen bekanntlich viele Nutzer nur Überschriften, ehe sie kommentieren, liken und sharen. Im Blick am Abend ist zu dieser Nullgeschichte dementsprechend folgende Überschrift zu finden: "SRG-Mitarbeiter zahlen immer noch keine Gebühren". Das suggeriert, kein SRG-Mitarbeiter zahle Gebühren. Daher nur eine Frage an Julien Duc: Wieso ist das Wasser auf die Mühlen der No-Billag-Initianten?

Donnerstag, 26. Oktober 2017

So kommen Sie noch schneller an Werbung für das iPhone X

Da hat die PR-Abteilung von Apple wohl Lorenz Keller vom Blick (am Abend) und Rafael Zeier vom Tages-Anzeiger die gleiche Anleitung geschickt. Denn beide haben reine Werbung für das iPhone X geschrieben, genauer gesagt: Wie kann man das neuste Edel-Smartphone bestellen? Zitat aus dem Tag: "1. Installieren Sie auf all Ihren Apple-Geräten die Apple-Store-App. 2. Bringen Sie Lieferadresse, Kreditkarte und alle weiteren Informationen auf den neusten Stand. 3. Wählen Sie sich schon jetzt ein iPhone-Modell aus. Hier kann es die Chancen verbessern, wenn man eine unbeliebte Farb- und Speicher-Kombination wählt. Wichtig ist auf jeden Fall, dass man das gewünschte iPhone in der App schon mal als Favorit markiert oder im Browser ein Lesezeichen direkt zur gewünschten Konfiguration setzt. So muss man im entscheidenden Moment nicht erst auswählen und konfigurieren. 4. Seien Sie zum Start des Vorverkaufs (27. Oktober um 9.01 Uhr) parat" Interessant ist, dass es eine ähnliche Anleitung nicht nur beim Blick gibt, sondern auch bei Watson, verfasst von Daniel Schurter. Daher nur eine Frage an die drei Journalisten: Wie fühlt man sich denn so als Apples Knecht?